Grüner Wasserstoff – Energieträger der Zukunft

Dieser Antrag wurde auf dem LDR am 18.11.2017 in Quedlinburg ohne Gegenstimmen beschlossen.

Es ist vier vor zwölf. Die Energiewende in Deutschland ist erlahmt. Während weltweit immer mehr in erneuerbare Energien investiert wird, ist in Deutschland der Ausbau eingebrochen. Wir haben nur noch ein kurzes Zeitfenster in der Klimapolitik, um um zu steuern. Wenn es uns nicht gelingt, jetzt sofort Maßnahmen durchzusetzen, die den Ausstoß von CO2 drastisch reduzieren, verlieren wir unsere natürliche Lebensgrundlage. Je länger wir warten, desto schlimmer müssen die Maßnahmen ausfallen. Noch ist Zeit… Noch!

Wir Grüne müssen für das Wiedererstarken der Energiewende kämpfen. Wir streiten für die faire Verteilung von Kosten und Nutzen der Energiewende, wollen die Industrieausnahmen abschmelzen und dafür sorgen, dass jeder von günstigem Ökostrom profitieren kann.

Der Einstieg in den Kohleausstieg und der Umstieg auf erneuerbare Energien im Strom-, Wärme- und Verkehrsbereich sind letzten Endes ein aktiver Beitrag für den Erhalt unserer Natur, unserer natürlichen Lebensgrundlagen und für den Wirtschaftsstandort Deutschland. 

Wer den Zusammenhang zwischen erneuerbarer Energien und erfolgreicher Wirtschaftspolitik nicht sieht, der kann keine “wirtschaftsfreundliche“ Partei sein. Wir Grüne denken in einem größeren Rahmen. Deshalb erarbeiten wir Konzepte für den Umstieg – hin zu 100% Erneuerbare. Sektor Kopplung ist dabei einer der größten Herausforderungen und Chancen zugleich.

In den Bereichen Wärme und Verkehr muss der Umstieg erst einmal begonnen werden. Die Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen, bringt gerade im sozialen Bereich jede Menge an Herausforderungen mit sich. Die gilt es zu meistern. So sollte die energetische Sanierung von Wohnvierteln aktiv und mit finanziellen Mitteln sozialverträglich gestaltet werden, wie zum Beispiel mit einer Förderung für den Ausbau umweltfreundlicher Kraft-Wärme-Kopplung.

Der Umstieg zu 100% Erneuerbare im Bereich Stromerzeugung wurde erfolgreich angestoßen. Momentan sind bis zu 40% des erzeugten Stromes bereits aus erneuerbaren Quellen. Es wird somit Zeit, Speicher in das Stromnetz einzubauen und die Kohle-Grundlast zu reduzieren.

Ökostrom wird verstärkt Einzug halten in die Wärme- und die Verkehrswelt. Er heizt dann Wohnungen, Autos und LKWs fahren mit ökologisch erzeugtem Wasserstoff. Eine mögliche Dunkelflaute wird durch Wasserstoff, als Langzeitspeicher, überbrückt. Zudem kann Wasserstoff stofflich genutzt werden. Das spart Geld und senkt den CO2-Ausstoß. Diese Entwicklung wollen wir fördern. 

Wir fordern ein Markteinführungsprogramm für Speicher. Denn sie sind die entscheidende Schnittstelle zwischen Strom-, Wärme- und Verkehrssektor. Vorfahrt für Elektromobilität und den Ausstieg aus dem fossilen Verbrennungsmotor. Die zielgerichtete Digitalisierung der Energieversorgung unter höchsten Anforderungen an den Datenschutz. Für die Speicher muss in der aktuellen Markt-Architektur ein neuer Rechtsrahmen gefunden werden. Aktuell werden diese als Letztverbraucher, wie alle elektrischen Endgeräte, gewertet. Die Marktpreisfindung über diesen Weg wird nicht der Funktion gerecht. Die Systemdienstleistung in Abhängigkeit vom Bedarf im Stromnetz muss im Vordergrund stehen. Für diesen Schritt muss das bestehende Stromsystem mit Großkraftwerken zur zentralen Frequenz- und Spannungsregelung hin zu einem System dezentraler Netze organisiert werden, die sich in einer Art örtlich flexiblen Lastverschiebung stützen.

In den Bereichen E-Mobilität (Individualverkehr, Schwerlastverkehr und ÖPNV) stehen aktuell zwei Ausbaupfade zur Verfügung – BEV (Batterie Elektrisch) oder FCHV (Wasserstoff Elektrisch). Beide Systeme haben Ihre Vor und Nachteile. Beide Systeme kosten beim Aufbau Geld. Die Kosten für den Aufbau der Infrastruktur wird allemal billiger als die Klimawandel- Folgekosten, wenn wir so weitermachen wie bisher. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist die Konzentration auf ein System sinnvoller. 

Das BImSchG sollte entsprechend angepasst werden, um eine dezentrale Wasserstoffproduktion zum Beispiel direkt an Tankstellen oder Biogasanlagen zu erleichtern.

Kohleausstieg und Strukturwandel

SAVE the Date

Die Landesfachgruppe wird eine Veranstaltung zum Thema Kohleausstieg und Strukturwandel eine Veranstaltung machen. Im Vorfeld zu einer offiziellen Einladung versenden wir nun das Save the Date und laden alle Interessierten ein.

Wo, Wann:

13.03.2017 um 18.30 Uhr
Roten Löwen in Lützen; Ernst-Thälmann-Straße 9, 06686 Lützen

Inputs sind wie folgt geplant:

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Atom-Aktion

Hier ein Foto unserer heutigen Aktion für die Fortführung der Brennelementesteuer, wir standen am Alleecenter Magdeburg.

Julia und Ralf Bohlander vom KV MD waren mit von der Partie. Wir haben viele Menschen informieren können und auch etliche Unterschriften gesammelt gegen das Auslaufen der Brennelementesteuer.

Wer ebenso tätig werden möchte: Materialien sind in der LGS. Viel Spaß!

Grüne Grüße, Gisela Graf

Keine Steuergeschenke für Atombetreiber – Brennelementesteuer muss bleiben!

Der Landesparteitag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat am 22.10.2016 folgenden einstimmigen Beschluss gefasst:

Die Gefahren der Atomenergie sind leider noch nicht gebannt, auch wenn die letzten großen katastrophalen Unfälle in der öffentlichen Wahrnehmung verblassen. Die Auswirkungen der vielen Unfällen und der unsachgemäßen Endlagerung, wie z.B. Asse sind heute noch gar nicht objektiv zu quantifizieren, weil die radioaktive Strahlung nicht zu sehen, zu riechen oder zu fühlen ist und in der Regel keine akuten Beschwerden verursacht; Krebserkrankungen, Schädigung des Erbguts und andere gesundheitliche Folgen treten oft erst Jahre später auf.

Nach dem Reaktorunglück 2011 im japanischen Fukushima entschloss sich die Bundesregierung zur Abschaltung mehrerer Reaktoren, die anderen sollen gemäß einem Fahrplan bis 2022 vollständig abgeschaltet werden.

Für die Entsorgung des angefallenen und noch entstehenden Atommülls ist noch immer keine Lösung greifbar: Ein Endlager für hochradioaktive Abfälle noch in diesem Jahrhundert erscheint Fachleuten ambitioniert; und dennoch wird die Atomwirtschaft gegen einer einmaligen Zahlung von ca. 23 Mrd. Euro aus diesen Ewigkeitskosten entlassen und das finanzielle Risiko künftigen Generationen überlassen.

Um so mehr verwundert der mangelnde politische Wille, die Brennelemente Steuer, die 2010 befristet bis Ende 2016 eingeführt wurde, bis 2022 zu verlängern. Welches politisches Signal und welche wirtschaftliche Lenkungswirkung soll erzielt werden, wenn das Auslaufmodell Atomenergie von der Brennstoffsteuer befreit wird? So werden die Stromgestehungskosten im Markt zu Gunsten der Atomenergie im Vergleich zu allen anderen Energieträgern verzerrt.

Angesichts der ungewissen Endlagerkosten, auch für Morsleben in Sachsen – Anhalt und der Förderung des wirtschaftlichen Ausbaus dezentraler erneuerbarer Energien in Sachsen – Anhalt und bundesweit, wird die Bundesregierung aufgefordert, die gesetzliche Grundlage für die Fortsetzung der Erhebung der Brennelementesteuer zu schaffen.

Antrag an der Landesparteitag

Mehr zum Thema

Wohin mit dem Atommüll?

Wohin mit dem Atommüll VorderseiteInformationsveranstaltung mit

Sylvia Kotting-Uhl (MdB, B90/Grüne, Atommüll-Endlagerkommission) und  Wolfgang Ehmke (BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e. V.)

11. Mai 2015, 19 Uhr, Uni Magdeburg, Campus Service Center, Universitätsplatz 2, 39106 MD

Die Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl ist für die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Mitglied der Kommission „Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“, die mit dem Standortauswahlgesetz beschlossen wurde. Die Endlager-Kommission aus Vertreterinnen und Vertretern von Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik soll bis Mitte 2016 ein Verfahren für die ergebnisoffene Standortsuche eines Endlagers für hochradioaktiven Müll in Deutschland erarbeiten.

Welche Aspekte müssen bei den Auswahlkriterien, welche Schwierigkeiten bei der Einlagerung hochradioaktiven Mülls berücksichtigt werden, damit ein Endlager auch über Jahrhunderte und Jahrtausende bestmögliche Sicherheit bietet? Wie wird die Öffentlichkeit bei der Standortsuche beteiligt? Wann ist mit Ergebnissen zu rechnen? Fragen über Fragen.

Und welche Rolle spielt Gorleben in dieser Angelegenheit? Der kurz hinter Salzwedel gelegene niedersächsische Ort, in dem es seit über 20 Jahren ein Zwischenlager für hoch radioaktive Atomabfälle gibt, kommt womöglich in die engere Wahl der Endlagerstandorte – obwohl geologische Gutachten davon schon lange abraten. Dabei waren schon 1977 keine sachlichen Gründe für die Wahl des Standorts Gorleben vorhanden: Der Vorteil des Ortes bestand lediglich aus seiner abgeschiedenen Lage im damaligen „Zonenrandgebiet“, wobei mit wenig Widerstand aus der dörflichen Bevölkerung gerechnet wurde – ein Trugschluss, wie sich bald herausstellte. Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg wird über den langen Kampf gegen die Atomindustrie und die Aussichten auf ein Ende des Gorleben-Kapitels berichten.

 

Exkursion zu den Energiedörfern Tangeln und Neuferchau

hand holding eco light bulb energy conceptLiebe Freundinnen und Freunde,

auch für unseren Exkursion zu den Energiedörfern Tangeln und Neuferchau steht der Termin fest:

Wann: Samstag 20.9.; ab/bis MD ca. 9-19 Uhr

Details zur Fahrt – etwa ab Dessau, Halle o. ä. – klären wir entsprechend dem Wohnort der Interessentinnen. Tangeln ist neben Iden und Poppau das dritte Bio-Energiedorf in Sachsen-Anhalt. Tangeln plant zusätzlich zu Biogasanlage, Windrad und Photovoltaik-Anlagen eine Power-to-Gas-Anlage. Dem steht aber der Schutz eines Rotmilans entgegen, der zu nah an der neu geplanten Windanlage siedelt – ein unschöner Konflikt zwischen Natur- und Klimaschutz.

Neuferchau ist ein Energie-autarkes Dorf, dessen Anlagen moderner sind als die in Tangeln.

Die Landesfachgruppe Energie freut sich auf Anmeldungen unter gisela.grafova@t-online.de!

Enercon-Besichtigung in Magdeburg Rothensee

LOGOXXX-KopieLiebe LFG Energie, liebe Interessierte, der Termin zur Enercon-Besichtigung in MD-Rothensee ist festgeklopft:

Wann: Donnerstag 4.9., 16-18 Uhr.

Unsere Führerin wird sich auch auf Fragen zur politischen Lage in Sachen Energie einrichten; sehr spezielle Fragen sollten aber möglichst vorab gemailt werden. Eine Turmbesteigung ist leider nicht möglich! Auch muss eine Teilnehmerinnen-Liste bis zum 01.09. an Enercon gemailt werden – bitte meldet euch rechtzeitig, es können 20 Personen mitkommen.

Teilnahme Doodle (bitte bis 01.09. eintragen)

Ich freue mich auf eure Anmeldungen!

Gisela Graf
Sprecherin der LFG Energie von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt

LOKALE RESSOURCEN FÜR LOKALE ENERGIE

LOGOXXX-KopieSchutz- und Nutzfunktion von Holz als Beitrag für dezentrale Energieversorgung?

Podiumsdiskussion, 11.04.2014, 19.00 Uhr, Hotel Am Bahnhof in der Hansestadt Stendal

Diskussion zur dezentralen und ökologischen Energieerzeugung, bei der der Rohstoff Holz – ausschließlich aus der erforderlichen Pflege und Bewirtschaftung von Flurgehölzen – im Mittelpunkt steht.

Als Referent wird Prof. em. Dr. Bernd Reuter aus Halle (Saale) und Vorstandsmitglied des Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V. sein Konzept „Kulturlandschaftsplan als Instrument der energetischen Autarkie“ anhand eines Beispiels in Form eines einstündigen Vortrages erläutern und anschließend zur Diskussion stellen.

Prof. em. Dr. Bernd Reuter: „Der Kulturlandschaftsplan ist eine informelle Planung, die darauf abzielt, für den ländlichen Raum eine wirtschaftlich tragfähige Basis für die Erhaltung, Pflege und Entwicklung der Kulturlandschaft zu schaffen. Diese Basis soll den ländlichen Raum durch ein dezentrales Energiekonzept autark, ökologisch sowie CO2-neutral machen und den Energiepreis langfristig stabil halten.“

Podium: Prof. em. Dr. Bernd Reuter, Jürgen Peters – Landschaftspflegeverband „Altmark-Elb-Havel-Winkel“ e. V., Andreas Kriebel – Leiter Forstbetrieb Altmark, Dr. Christfried Lenz – BürgerEnergieAltmark eG & BI Kein CO2-Endlager Altmark,

Moderation: Dorothea Frederking – Energiepolitische Sprecherin Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN